Über die Sinnlosigkeit von Radwegeoverlays

Geschrieben am 21. April 2012 in Fahrrad/bicycle, Openstreetmap, web von giggls || 7 Kommentare

Umweltplakette

Gerade kam auf Twitterdie Nachricht vom OSM-Ticker, dass das neue Portal Radwanderland.de von Rheinland-Pfalz eine OSM-Karte verwendet.

An allen diesen Portalen stört mich eines ganz gewaltig und das muss echt mal gesagt werden, es sind diese sinnfreien und noch dazu oft falschen Overlays auf denen dann routing betrieben wird in einer Weise als ob das Radfahren auf allen anderen Wegen völlig unmöglich wäre!

Was man als Radfahrer wirlich bräuchte wäre verkehrsmittelgerechtes automatisches Routing unter Verwendung der Wegeklassen, wie sie bei Openstreetmap bereits zur Verfügung stehen. Das Ganze natürlich manuell korrigierbar und wenn man es perfekt machen möchte unter Berücksichtigung von Höhenmetern. Ich bin mir sicher das Dennis vom OSRM-Projekt hier gegen entsprechende Bezahlung etwas coden könnte.

Klar, nicht jeder Radler hat das selbe Ziel. Sogar ich selbst fahre bei Ausflugsfahrten andere Wege als ich das normalerweise tue, wenn ich das Fahrrad (wie meistens) dazu verwende um einfach von A nach B zu kommen.

Trotzdem wage ich nun mal die Prognose, dass ein solcher Overlay für keine Klasse der Radfahrer irgendwie auch nur ansatzweise sinnvoll ist. Dass Sie oft auch noch falsch sind ist dabei noch nicht mal das Schlimmste. Auch wenn die Fehler bisweilen hanebüchen sind.

Bei diesem neuen Portal musste ich nur ein wenig am Rhein entlang zoomen um einen Weg zu finden der direkt durchs Wasser geht (Sorry für den OSM Link, das Portal selbst hat leider keine Permalinkfunktion). Beim Radwegeportal von Baden-Württemberg findet sich natürlich ebenfalls ein solch sinnfreier Overlay und auch hier findet sich ein völlig hanebüchener Fehler direkt vor meiner Haustür :) Diese Treppe mit 529 Stufen wird einem allen ernstes als Radweg angeboten. Selbst für Mountainbiker eine Herausforderung, denn es gilt rund 100 Höhenmeter auf relativ kurzer Strecke zu überwinden.

Ich bin ja echt mal gespannt ob ich es noch erleben darf, dass die Macher solcher Portale und Erbauer von Radwegen endlich damit beginnen diejenigen, die das vermeintliche Zielpublikum darstellen, vorher zu fragen was sie denn gerne hätten.

Ich als nicht KFZ Besitzer, der täglich mit dem Rad unterwegs ist, wüsste jedenfalls schon sehr genau was für ein Portal ich mir für meine Routenplanung wünschen würde. Leider habe ich nicht genug Freizeit und vor allem know-how über Routing um das mal schnell selbst realisieren zu können.

Die Openstreetmap Datenbasis wäre jedenfalls dafür geeignet, so viel steht fest.

7 Kommentare zu “Über die Sinnlosigkeit von Radwegeoverlays”

  1. Apmon sagt:

    Das beste rad routing portal das ich bislang gesehen habe ist http://www.cyclestreets.net/ was ebenfalls auf OSM daten basiert. Ich glaube das erfuellt weitest gehend Deine Wuensche. Allerdings ist es derzeit glaube ich nur in UK verfuegbar.

    Ansonsten auf einem “Rad_wander_” portal, also fuer reine Freizeitfahrten und nicht um von A nach B zu kommen, koennte man schon argumentieren das man nur auf reinen Radwegen im Gruenen fahren will und nicht auf Hauptverkehrsstrassen. Beim radeln um wohin zu kommen sieht es aber natuerlich ganz anders aus.

  2. giggls sagt:

    Da möchte ich widersprechen. Klar möchte man bei Freizeitfahrten nicht in der Nähe von großen Straßen sein aber gerade bei OSM gibt es ja bei den normalen Wegen Kategorien die eine solche Planung ermöglichen. Ich verwende für solche Fahrten derzeit den Fahrradmodus von Openrouteservice und bearbeite das erzeugte GPX-File dann manuell nach.

  3. Tobias sagt:

    Kennst du open.mapquest.com? Ich bin mit einer darüber berechneten Route vor kurzem über 1200km mit dem Fahrrad durch Frankreich gefahren. Und das hat recht gut funktioniert.

  4. giggls sagt:

    Oh, nett. Wusste nicht, dass die ein Fahrradrouting haben.

    Wie gesagt, ich hätte noch gerne eines, dass Höhenmeter berücksichtigt.

  5. malenki sagt:

    Auch wenn du einen Radroutenplaner nicht selbst bauen kannst, wäre eine Auflistung deiner Prioritäten lesenswert. Auf diesen deinen Artikel hin habe ich eben meine eigene Lister erstellt:
    http://www.malenki.ch/flatpress/index.php/2012/04/23/fahrradrouting-prioritaten/

  6. Ulrich sagt:

    open.mapquest.com, den Tobias schon genannt hat, kann bei der Routenerrechnung Steigungen vermeiden. Man muss dazu aber erst Get Directions anklicken, dann das Fahrradlogo oben und dann auf Road Grade Preference. Mapquest verwendet Openstreetmap-Daten, die Fehler, die giggls in seinem Posting bemängelt, findest er hier also auch! Ist aber nicht der Fehler der Routenplaner-Macher, sondern der Leute, die die Daten falsch bei Openstreetmap eingeben.
    Weitere Routenplaner für Radtouren sind in einer Karte unter polarluft.de/routing zu finden.

  7. giggls sagt:

    @Ulrich: hast Du mein Posting überhaupt gelesen? Die Fehler sind ja gerade nicht in der OSM Datenbank drin sondern in den sinnlosen Overlays, die aus anderen Quellen stammen.

    Warum sollte ich über Fehler bei OSM meckern statt sie zu korrigieren?