Seit wann zensiert Heise On-Topic Kommentare ?

Geschrieben am 22. Juni 2013 in Netzpolitik, Politik/politics, web von giggls || Kommentare deaktiviert

Bisher habe ich immer große Stücke auf den Heise Verlag gehalten. Unter anderem weil Sie bis zu den obersten deutschen Gerichten für die Verlinkung und damit die freie Meinungsäußerung gestritten haben.

Seit heute bin ich mir da leider nicht mehr so sicher.

Was also ist passiert?

Seit vielen Jahren kann ich mir Kommentare auf News bei http://heise.de nicht verkneifen. Trotzdem bin ich beiliebe kein sogenannter Troll. Im Gegenteil, ein sehr großer Teil meiner Postings wird regelmäßig mit “grün” bewertet.

Soweit bis heute, denn offensichtlich hat Heise nun einen härteren Zensor als bisher beschäftigt. Dieser hat heute mein Posting von gestern inklusive aller Antworten (die mich wirklich interessiert hätten) entsorgt. Das ist das Erste mal überhaupt passiert, seit ich Kommentare bei Heise schreibe und ich tue das seit über 10 Jahren! Leider hört das Webinterface von Heise bei 1000 Kommentaren auf zu zählen. Man erkennt die Tendenz trotzdem: Ich bin nie negativ aufgefallen!

Um was geht es?

Heise veröffentlichte gestern einen Artikel mit dem Titel Ermittlungen im Online-Untergrund: Routine statt Neuland.

Daraufhin fiel mir eine Frage aus diesem Umfeld ein, die ich mir seit geraumer Zeit stelle. Es geht um die Plattform Silk Road, auf der anscheinend Online mit Drogen gehandelt wird.

Hier mein Kommentar im Worlaut:

Betreff: Apropos Drogen...
Was ist eigentlich von "Silk Road" (http://silkroadvb5piz3r.onion) zu
halten. Realer Shop oder fake?

Irgendwie kann ich das nicht so recht glauben, dass Leute mit
Bitcoin, dessen Geldfluss ja ziemlich offen ist wirklich Drogen
bestellen.

Sven

Das Einzige, was an diesem Kommentar IMO ansatzweise diskutabel wäre ist die Direkte Erwähnung der URL von Silk Road, aber auch die ist nicht wirklich geheim. Auch in der englischen Wikipedia ist sie zum Beispiel direkt verlinkt.

Leider hat sich Heise mir gegenüber bisher nicht geäußert, warum der Kommentar zensiert wurde. In der Mail, die ich erhalten habe, stand lediglich folgendes:

Guten Tag!
Ihr Beitrag im heise online Forum
"Ermittlungen im Online-Untergrund: Routine statt Neuland"
mit dem Titel
"Apropos Drogen..."
ist von einem Administrator gesperrt worden.

Ich habe den Beitrag nun ohne die URL von Silk Road nochmal bei heise gepostet und bin gespannt was passiert!

Den Inhalt der bisherigen Antworten hätte ich allerdings doch gerne gelesen :(

Warum die “offenen Geodaten” von Baden-Württemberg eine Mogelpackung sind

Geschrieben am 25. Januar 2013 in FOSSGIS, Openstreetmap, Politik/politics von giggls || 2 Kommentare

“Baden-Württemberg gibt Geodaten frei”, so titelte beispielsweise Pro-Linux vor zwei Tagen. Schaut man sich das etwas genauer an, dann bleibt von dieser Aussage leider nur wenig übrig :(

Gut, die Maps4BW Rasterkarten stehen jetzt unter CC BY 3.0 zur Verfügung (leider derzeit nur in einem proprietären Format von ESRI[1]) und man darf daraus jetzt mit offizieller Erlaubnis durch abmalen von Rastergrafiken freie Vektordaten in (verglichen mit den Rohdaten) geringerer Qualität für OSM erzeugen!

Die eigentlichen Geodaten, aus denen diese Rastergrafiken erzeugt worden sind bleiben hingegen proprietär!

Wörtlich steht folgendes in den Nutzungsbedingungen des WMS:

Maps4BW liegen nicht offene Geobasisdaten zugrunde, deren Nutzung einer gesonderten Vereinbarung bedarf.

Die Rohdaten also, deren Erstellung zu einem Großteil vom Steuerzahler finanziert worden ist, stehen diesem also weiterhin nur unter einer teuren kommerziellen Lizenz zur Verfügung.

Sorry liebe Leute, aber das ist doch genau das worum es bei Opendata geht: Um die Freigabe von Rohdaten und eben nicht um irgendwelche hübsch aufbereiteten Rasterkarten! Bei Maps4BW handelt es sich zwar um eine recht brauchbare Webkarte, aber Anwendungen für die man Rohdaten benötigt (z.B. Routing oder Geocoding) kann man damit natürlich nicht machen.

Es wäre technisch erheblich einfacher gewesen Rohdaten zum download anzubieten statt daraus erzeugte Rasterkarten.

Es bleibt also festzustellen, dass die Freigabe von Geo-Rohdaten wohl auch unter einer Grün-Roten Regierung weiterhin nicht erwünscht ist.

Fazit: Opendata geht anders :(

[1] Der Firma ESRI, ist hier kein Vorwurf zu machen, deren Software kann die Daten problemlos auch in offenen Formaten liefern. Im Gegenteil ESRI verhält sich als Firma sogar ausgesprochen Opendata freundlich.

Betreibt Ingo Wellenreuther Astroturfing?

Geschrieben am 14. Oktober 2012 in Internet, Politik/politics von giggls || Kommentare deaktiviert

Mein letzter Blogpost brachte mein Entsetzen zum Ausdruck, dass die Karlsruhrer Piratenpartei unserem OB Kandidaten Ingo Wellenreuther sogar noch eine Plattform gibt, statt sich von vornherein gegen Ihn auszusprechen.
Dieses Thema ist zum Glück Geschichte, denn die Piratenpartei hat sich inzwischen für Frank Mentrupausgesprochen.

Daran, dass auch potenzielle Unterstützer von Herrn Wellenreuther den Beitrag lesen könnten hatte ich eigentlich gar nicht gedacht.

Als Kommentar zu meinem Blogbeitrag findet ich nun aber interessanterweise ein Beitrag, der aus dem Netzwerk der Stadt Karlsruhe stammt (193.197.165.44 netz.karlsruhe.de) und allen Ernstes versucht Ingo Wellenreuthers Meinung zum Zugangserschwerungsgesetz zu relativieren.

Da mir die Freie Meinungsäußerung im Netz jedoch viel Wert ist habe ich den Beitrag nicht gelöscht!

Dass der Kommentator den Kandidaten mit Vornamen anspricht finde ich jedenfalls interessant, aber macht euch einfach selbst ein Bild…

Piratenpartei: Reality Check Frau Kotting-Uhl

Geschrieben am 24. Oktober 2011 in Netzpolitik, Politik/politics von giggls || Kommentare deaktiviert

Auf ka-news gibt Frau Kotting-Uhl ein Interview zum Thema Kernenergie. Während ich die Aussagen zu diesem Thema abgesehen vom alarmistischen Unterton für weitgehend richtig halte kann ich die Äußerungen am Ende des Artikels zum Thema Piratenpartei nun wirklich nicht nachvollziehen!

Da wird der Erfolg der Piratenpartei mit dem Wunsch nach Neuem, unverbrauchten begründet! Unglaublich, dass hier noch nicht einmal ein Problembewußtsein existiert. Frau Kotting-Uhl, Sie und weitere 14 Bundestagsabgeordnete der Grünen sind dafür verantwortlich, dass Wähler, die bisher die Grünen gewählt haben in Scharen zu den Piraten übergelaufen sind!

Auch ich war damals sehr enttäuscht und habe zu diesem Thema ein Blogposting geschrieben. Eine Enttäuschung die sich übrigens auf meine Wahlentscheindung bei der Bundestagswahl ausgewirkt hat. Meine Erststimme ging damals an den Kandidaten der Piratenpartei, weil ich explizit niemanden wählen wollte der sich nicht explizit gegen Internetzensur ausgesprochen hat. Wenn ich nun Ihre aktuellen Aussagen bei KA-News lese muss ich im Nachhinein feststellen, dass das die richtige Entscheidung war, denn ein Problembewußtsein scheint nicht vorhanden zu sein.

Wozu Kraftwerke, bei uns kommt der Strom aus der Steckdose

Geschrieben am 31. Oktober 2010 in Politik/politics, Umwelt/Environment von giggls || Kommentare deaktiviert

Gerade habe ich einen Bericht im Fernsehen über eine Bürgerinitiative gegen ein Pumspeicherkraftwerk gesehen und nun auch deren Webseite besucht!
Über solche Aktionen kann ich ehrlich gesagt nur den Kopf schütteln. Da scheint man offensichtlich den Ernst der Lage noch nicht erkannt zu haben! Keine Energiequelle ist ohne Nachteile, aber hier wir gegen etwas mobil gemacht, das wir schon in naher Zukunft dringend brauchen werden und das einen vergleichsweise geringen Umweltschaden erzeugt, ja sogar gegen etwas der wenigen Dinge die die großen Energiemonopolisten derzeit richtig machen.

Vorweg: Ich bin gegen die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken und beziehe meine elektrische Energie von einem Ökostromanbieter. Ich bin mir des weiteren sicher, dass wir zumindest unseren derzeitigen Bedarf an elektrischer Energie in Zukunft vollständig regenerativ decken können.

Was den Bedarf an Energie für die Heizung von Gebäuden betrifft sind wir jedoch leider noch weit davon entfernt das in absehbarer Zeit hinzukriegen. Kraft-Wärme-Kopplung kann hier zwar als Brückentechnologie mittelfristig helfen ist aber eben nicht als langfristige Lösung brauchbar. Langfristig wird die Welt wohl sogar eher mehr als weniger Energie aus elektrischen Strom decken müssen, weil eben fast alle alternativen Energieträger Strom erzeugen und leider keine dezentral einsetzbare Wärme.

Angesichts des globalen Ölfördermaximums(Peak Oil) und mittelfristig auch dem globalen Gasfördermaximum können wir es uns schlichtweg nicht leisten neben den Atomkraftwerken auch den Aufbau von Ausgleichsmechanismen wie Pumspeicherkraftwerken zu verhindern. Wenn zukünftig ein höherer Anteil des Strombedarfs regenerativ sein soll und dazu gibt es meines Erachtens wohl kaum eine vernünftige Alternative, dann brauchen wir Mechanismen zum Lastausgleich, denn elektrische Energie kann man noch immer nicht effizient speichern. Alternative Ideen zur Speicherung von Energie wie Druckluftspeicher oder Batterien parkender Elektroautos sind zwar spannend aber eben keine heute schon realisierbare Technologie.

Die Bürgerinitiative gegen das Hornbergbecken 2 argumentiert nun Publikumswirksam, dass das Becken derzeit nur dazu dienen würde Atomstrom grün zu waschen.

Dies mag ja sogar der Fall sein solange es noch einen nennenswerten Anteil von Grundlastkraftwerken gibt, aber nehmen wir doch mal an wir würden es schaffen die eher umweltschädliche Nutzung von Kohle- und Kernkraft für unsere Stromversorgung komplett abzuschaffen. Dann wäre die Folge doch gerade eine erheblich höhere Dynamik in den Quellen unseres Stromes die es dann auszugleichen gilt. Der Wind tut uns nunmal nicht den Gefallen genau nur dann Energie zu liedern, wenn diese auch benötigt wird.

Schade, dass hier einmal mehr meine Skepsis gegen Basisdemokratie bestätigt wird. Mit dem Sankt-Florian-Prinzip wird man jedenfalls keine vernünftige Energiepolitik machen können.

schwarz/gelb in NRW und die Verfassungsfeinde

Geschrieben am 14. Mai 2010 in Politik/politics von giggls || Kommentare deaktiviert

Letzten Sonntag hörte man CDU Menschen wie den Jürgen Rüttgers oder auch den Hermann Gröhe dauernd davon sprechen, dass es sich bei der Linkspartei um Verfassungsfeinde handeln würde. Auch aus der NRW FDP ist dieses nun lautstark zu vernehmen.

Interessanterweise sind das jetzt genau die beiden Parteien, die ein Verfassungsschutzgesetz zu verantworten haben, das vom BVerfG kassiert wurde.

Ehrlich gesagt ärgert mich das ganz gewaltig!

Da fragt man sich nämlich schon von wem die größere Gefahr für den Rechtsstaat ausgeht? Von ein paar linken Spinnern in der Linkspartei, oder von Vertretern etablierter Parteien, die verfassungswidrige Gesetze machen und dann auch noch sauer reagieren, wenn man sie deshalb auch nur in die Nähe von Verfassungsfeinden rückt.

Oder um es mit Theodor W. Adorno zu sagen:

Ich fürchte mich nicht vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Faschisten, sondern vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Demokraten.

Arg weit davon entfernt scheinen gewisse Teile der CDU gar nicht mal zu sein.

Der Umweltschutz als Argument für den Überwachungsstaat?

Geschrieben am 14. November 2009 in GPS, Politik/politics von giggls || Kommentare deaktiviert

Heise schreibt über ein neues Gesetz in den Niederlanden, das die KFZ Steuer abschaffen und durch ein Kilometergeld ersetzen will.

Aus Umweltschutzgründen grundsätzlich erst einmal nicht die schlechteste Idee. Allerdings fragt man sich warum der SUV-Fahrer das selbe bezahlen soll wie der Zeitgenosse mit dem 3-Liter Auto (3l Verbrauch nicht Hubraum).

Völlig absurd wird das Ganze, wenn man sich ansieht wie das technisch realisiert werden soll. Wird da doch ernsthaft darüber nachgedacht die gefahrenen Kilometer per GPS aufzuzeichnen und nicht etwa per geeichtem Kilometerzähler. Dass GPS mit unverschlüsselten Daten arbeitet hat sich offensichtlich noch nicht herumgesprochen. Hinzu kommt, dass der GPS Empfang natürlich nicht in jeder Situation störungsfrei funktioniert. Da es sich um ein drahtloses System handelt wir der minimalinvasiven Manipulation hier Tür und Tor geöffnet.

Es scheint mir kein ausschließlich deutsches Phänomen zu sein, dass es sich bei Politikern um vollkommen technikferne Bevölkerungsschichten handelt. Des weiteren sollen hier natürlich einmal mehr Daten erfasst werden die, wie das Verfassungsgericht so schön formuliert, den Kernbereich der Privatsphäre betreffen.

Das eigentliche Problem könnte man indes sehr einfach lösen. Bei einem durchschnittlichen Flottenverbrauch von 8 Litern pro 100 km müsste man lediglich etwa 37¢ auf den Liter Sprit draufschlagen und die KFZ Steuer komplett abschaffen um finanziell den selben Effekt (3¢/km) zu erreichen.

Hier offenbart sich dann aber auch der eigentliche Grund für die ganze Sache. Ein Taschenspielertrick! 3¢/km hören sich erheblich preisgünstiger an als 37¢/l Kraftstoff. In diesem Fall würden
dann natürlich viele Holländer zum Tanken in die Nachbarländer fahren.

Was man hier bräuchte wäre eine EU weit einheitliche Regelung, die die Belange des Umwelt- und Datenschutzes optimal berücksichtigt.

Die Umlage der KFZ-Steuer auf den Kraftstoffpreis, wie sie von Umweltschützern schon seit den 1980ger Jahren gefordert wird wäre eine solche Lösung.

Stattdessen strebt man leider weiterhin sinnlose nationale Regelungen an:(

Ich frage mich warum es einerseits funktioniert solche umweltpolitisch völlig sinnfreien Dinge wie ein Glühlampenverbot EU weit durchzusetzen, andererseits aber eine sinnvolle EU weite Reform der KFZ Steuer jedoch nicht.

Kunden nutzen ihre Macht nicht!

Geschrieben am 31. Oktober 2009 in Politik/politics von giggls || 1 Kommentar

Die Onlineausgabe der Zeit hat einen Artikel darüber, dass Kunden ihre Macht nicht nutzen. Dass dies ganz offensichtlich der Fall, ist sieht man nirgends deutlicher als beim Thema Energie. Obwohl man kaum mehr für sauberen Strom bezahlt als für Atom- und Kohlestrom wechseln nur sehr wenige zu einem Ökostromanbieter. Damit, dass eine Mehrheit der deutschen gegen Kernkraft ist passt das natürlich überhaupt nicht zusammen.

Daher an dieser Stelle nochmal der Aufruf in diesem kleinen Blog. Kunden nutzt eure macht und wechselt wie ich zu einem Ökostromanbieter. Ich selber beziehe seit Jahren meinen Strom von Greenpeace Energy.

Eigentlich schon erschreckend, dass wir die Mechanismen der freien Marktwirtschaft in der wir nun mal leben so wenig aktiv ausnutzen.

Oft muss man sich das Ganze natürlich leisten können, aber es gibt eben auch Beispiele, z.B. beim Ökostrom, bei denen es lediglich gilt die eigene Trägheit zu überwinden. Es wäre schön diese an geeigneter Stelle zu sammeln, damit der Verbraucher seine Macht wenigstens dann nutzt, wenn sich die Mehrkosten in Grenzen halten.

Die sinnvolle Alternative zum Glühlampenverbot

Geschrieben am 25. Juli 2009 in Politik/politics von giggls || 2 Kommentare

GlühlampenlampeEin interessanter Artikel in der Süddeutschen Zeitung bringt mich gerade dazu auch mal zu diesem Thema etwas zu schreiben.

Damit keine Mißverständnisse entstehen muß ich hier zunächst einmal klarstellen, dass ich beim Thema Glühlampenverbot befangen bin! Nicht weil ich Elektrotechnik studiert habe, was auch der Fall ist, sondern weil ich die abgebildete Lampe mit 24 Glühlampen im Wohnzimmer hängen habe. Ohne Dimmer ist das Teil viel zu hell.

Früher, in der guten demokratischen Zeit wurden die Leute durch Strafsteuern dazu bewegt das richtige zu tun. Man denke nur an die Einführung des Katalysators in den 1980ger Jahren.

Heute verbietet man das, was einem nicht passt besser gleich. Wär ja noch schöner wenn die Menschen nur Unfug machen würden, die EU Bürokraten wissen das selbstverständlich besser.

Warum zum Teufel so frage ich mich besteuert man nicht einfach Glühlampen nach Wirkungsgrad?

In Deutschland könnte man dazu einfach dieLeuchtmittelsteuerin veränderter Form wieder einführen und alles wäre gut.